@article{article_1824302, title={Auf den Spuren kolonial-kritischer Anmerkungen in den Schriften von Bettina Schinas, geborene Savigny, aus Griechenland im Lichte interkulturellen Begegnungen im 19. Jahrhundert . Das Aufeinandertreffen von Bayern und Griechen}, journal={Diyalog Interkulturelle Zeitschrift Für Germanistik}, pages={316–333}, year={2025}, DOI={10.37583/diyalog.1824302}, author={Traka, Theologia}, keywords={Bayernherrschaft, Griechenland, Kryptokolonialismus, Überheblichkeit, Kultur}, abstract={Der Artikel untersucht, ob sich in den privaten Schriften von Bettina Schinas, geborene Savigny, Hinweise auf koloniale Machtstrukturen der bayerischen Regentschaft in Griechenland im 19. Jahrhundert finden lassen. Diese Regentschaft, die im Zuge der Einsetzung König Ottos etabliert wurde, ist in der Forschung teilweise als „kryptokolonial“ bezeichnet worden, da Griechenland zwar formal unabhängig war, faktisch jedoch in politischer und administrativer Abhängigkeit von Bayern und den europäischen Großmächten stand. Bettina Schinas, Angehörige einer der bedeutendsten deutschen Gelehrtenfamilien, heiratete 1834 den griechischen Juristen Konstantinos Schinas und lebte fast ein Jahr in Griechenland. Ihre in dieser Zeit entstandenen Briefe an ihre Eltern liefern wertvolle zeitgenössische Einblicke in das gesellschaftliche und politische Leben des jungen Staates. In ihren Schilderungen kritisiert Bettina wiederholt die Arroganz und das privilegierte Verhalten der Bayern gegenüber der griechischen Bevölkerung. Sie dokumentiert Machtasymmetrien, etwa in der ungleichen Behandlung von bayerischen und griechischen Soldaten, der Verwendung der deutschen Sprache in der Verwaltung oder der Benachteiligung griechischer Veteranen und Witwen sowie die privilegierte Stellung bayerischer Beamter. Gleichzeitig zeigen ihre Briefe ein hohes Maß an Empathie für die griechische Bevölkerung und ein kritisches Bewusstsein für kulturelle Differenzen und die Regentschaftsmachtausübung. Es wird deutlich, dass Bettina Schinas eine seltene deutsche Gegenstimme darstellt, deren Texte eine wichtige Perspektive auf die bayerische Herrschaft in Griechenland eröffnen und die Relevanz privater Frauenstimmen für die Rekonstruktion kolonialähnlicher Strukturen und Wahrnehmungen verdeutlichen.}, number={Sonderausgabe: Germanistik im 21. Jahrhundert- Band I}, publisher={Germanistler Derneği}