TY - JOUR T1 - Zwischen Herkunft und Zukunft: Kulturelle Verortungen in Deniz Utlus Roman Die Ungehaltenen TT - Between Origin and Future: Cultural Positionings in Deniz Utlu’s Novel ‘Die Ungehaltenen’ AU - Uluç, Nurhan PY - 2025 DA - November Y2 - 2025 DO - 10.37583/diyalog.1824320 JF - Diyalog Interkulturelle Zeitschrift Für Germanistik JO - DİYALOG PB - Germanistler Derneği WT - DergiPark SN - 2148-1482 SP - 364 EP - 379 VL - 0 IS - Sonderausgabe: Germanistik im 21. Jahrhundert- Band I LA - de AB - Dieser Beitrag analysiert Deniz Utlus Roman Die Ungehaltenen aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive und untersucht die Darstellung türkischer ‚kultureller Verortungen’. Die Einleitung skizziert die Geschichte der türkischen Migration nach Deutschland seit den 1960er Jahren und die daraus resultierende kulturelle Wechselwirkung. Ein besonderer Fokus liegt auf der deutsch-türkischen Literatur der zweiten und dritten Generation, deren Werke auf Deutsch verfasst sind und die als wichtiger Vermittler zwischen den Kulturen gilt. Der Autor Deniz Utlu und sein 2014 erschienener Debütroman Die Ungehaltenen stehen im Zentrum der Analyse. Der Beitrag identifiziert und illustriert im Hinblick auf die kulturelle Konstellation der deutsch-türkischen Literatur anhand zahlreicher Textbeispiele spezifische kulturelle Praktiken und Werte, die im Roman dargestellt werden. Dazu gehören Aspekte des täglichen Lebens wie die türkische Ess- und Trinkkultur (z.B. Döner, Sucuk, Börek und Tee), interpersonale Beziehungen wie die Verwendung von Verwandtschaftsbezeichnungen als Anrede (z.B. „Onkel“) und soziale Konventionen wie Gastfreundschaft oder das Ausziehen der Schuhe in der Wohnung. Des Weiteren werden rituelle und religiöse Bräuche des Islam thematisiert, darunter die Bedeutung des Brotes, die rituelle Waschung Verstorbener und die Verwendung religiöser Ausdrücke im Alltag. Auch nationale Symbole wie Mustafa Kemal Atatürk und bedeutende Orte in Istanbul wie die Istiklal Caddesi oder die Galatabrücke werden als kulturelle Marker hervorgehoben. Zusammenfassend wird argumentiert, dass Autoren mit transkulturellem Hintergrund wie Utlu eine Vermittlerrolle einnehmen. Ihre auf Deutsch verfassten Werke können sowohl dem deutschen Publikum als auch den Nicht-Muttersprachlern authentische Einblicke in die türkische Kultur ermöglichen, zum Abbau von Stereotypen beitragen und so die interkulturelle Verständigung fördern. KW - Kulturelle Verortungen KW - Migration KW - Deutsch-türkische Literatur KW - Die Ungehaltenen KW - Deniz Utlu N2 - This article analyses Deniz Utlu’s novel Die Ungehaltenen from a cultural perspective, examining the portrayal of Turkish ‘cultural locations’ or ‘cultural positioning.’ The introduction outlines the history of Turkish migration to Germany since the 1960s and the resulting cultural interplay. A special focus is placed on the second and third generation of German-Turkish literature, whose works are written in German and are considered important mediators between the cultures.The author, Deniz Utlu, and his debut novel, Die Ungehaltenen, published in 2014, are central to the analysis. With regard to the cultural constellation of German-Turkish literature, the article identifies and illustrates specific cultural practices and values depicted in the novel through numerous text examples. These include aspects of daily life such as Turkish food and drink culture (e.g., Döner, Sucuk, Börek, and tea), interpersonal relationships like the use of kinship terms as address (e.g., ‘Uncle’), and social conventions such as hospitality or the custom of removing shoes inside the home. Furthermore, ritual and religious customs of Islam are addressed, including the significance of bread, the ritual washing of the deceased and the use of religious expressions in everyday life. National symbols like Mustafa Kemal Atatürk and significant places in Istanbul such as the İstiklal Caddesi or the Galata Bridge are also highlighted as cultural markers. In summary, it is argued that authors with a transcultural background like Utlu take on a mediating role. Their works, written in German, can offer both the German audience and non-native speakers authentic insights into Turkish culture, contribute to the reduction of stereotypes and thus promote intercultural understanding. 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