Die Balkan Objektverdoppelung und ihremögliche Entsprechung im Deutschen
Abstract
Eine Besonderheit aller indoeuropäischen Balkansprachen ist die Objektverdoppelung. Da die deutsche Sprache keine Objektverdoppelung verwendet, ist es das Ziel dieses Artikels das mögliche Äquivalent im Deutschen zu untersuchen. Nach einer Literaturrecherche stellte sich heraus, dass zwei Bewerber zu berücksichtigen sind: das Pronomen es und Scrambling. Es gibt zwei Gründe, warum das Pronomen ausgewählt wurde: (i) es wird vermutet, dass eine Art der Konstruktionsverdoppelung bei Verwendung des Pronomens es als Korrelat vorliegt, und (ii) die Objektverdoppelungsklitika führen einige Funktionen aus, wie es auch das expletive Pronomen es verrichtet. Man wurde auf Scrambling aufmerksam, weil einige Linguisten vermuten, dass sowohl Objektverdoppelung als auch Scrambling von den gleichen informationsstrukturellen Mechanismen geleitet werden. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Objektverdoppelung in den Balkansprachen und die Konstruktionsverdoppelung mit dem Korrelat-Pronomen es im Deutschen nur peripher oder vielmehr nur unter wenigen spezifischen Verwendungszwecken als äquivalent zueinander behandelt werden können. Im Gegensatz zu einigen Linguisten stellte sich beim Scrambling heraus, dass die Objektverdoppelung und Scrambling über keine gemeinsamen Merkmale verfügen und nicht immer von den gleichen Sprachmechanismen geleitet werden. In diesem Zusammenhang kann Scrambling (im Vergleich zur Objektverdoppelung) auch diejenige Nominalphrasen bzw. Objekte durchführen, die eine existenzielle Nominalphrase (also ohne Artikel) zulassen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass Scrambling nicht immer (wie es von einigen Linguisten behauptet wird) ein [-Fokus] zuweist und nicht immer von informationsstrukturellen Mechanismen geleitet wird, wie es bei der Objektverdoppelung der Fall ist.
Keywords
References
- Abraham, W. (1982). Satzglieder im Deutschen. Vorschlage zur syntaktischen, semantischen und pragmatischen Fundierung. Tübingen: Narr. google scholar
- Abraham, W., & Mornarfi, L. (2002). German clause structure under discourse functional weight: Focus and antifocus. In W. Abraham und J.-W. Zwart (Eds.): Issues in Formal German(ic) Typology, (pp. 1-43). Amsterdam & Philadelphia: John Benjamins. google scholar
- Abrashi, T. (2016). Das Nahe-Distanz Modeli und die Informationsstruktur im Deutschen. In M. Jülich, Petrovic und N. Vujcic (Hrgs.), Nahe und Distanz in Sprache, Literatür und Kultur Beitrage zur 8. Jahrestagung des Südosteuropaischen Germanistenverbandes, (S. 37-54). Kragujevac: Filum. google scholar
- Artemis, A., & Anagnostopoulou, E. (1997). Toward a uniform account of scrambling and clitic doubling. In W. Abraham & E. van Gelderen (Eds.) German: Syntactic Problems- Problematic Syntax, (pp. 142-161). Tübingen: Niemeyer. google scholar
- Black, J. (1997). Clitic doubling, specificity, and Focus in Romanian. In J. Black & V. Motapanyane (Eds.), Clitics, Pronouns and Movement, (pp. 63-85). Amsterdam: John Benjamins. google scholar
- Buchholz, O. (1977). Zur Verdoppelung der Objekte im Albanischen. Berlin: Akademie der Wissenschaften der DDR. google scholar
- Buchholz, O., & Fiedler, W. (1987). Albanische Grammatik. Leipzig: Verlag Enzyklopadie. google scholar
- Çeliku, M. (2012). Sintakse e gjuhes shqipe. Tirane: Ilar. google scholar
Details
Primary Language
German
Subjects
-
Journal Section
Research Article
Authors
Publication Date
June 20, 2022
Submission Date
September 20, 2021
Acceptance Date
February 9, 2022
Published in Issue
Year 2022 Number: 47