Anachronistische Redensarten: Anzeichen für Sprachwandel und Indikatoren in der Vorurteilsforschung
Öz
Der Sprachwandel ist ein lebendiges Geschehen, ein Prozess, den man in der Sprache selbst kaum merkt. Er wird u. a. sichtbar im Gebrauch von anachronistischen Redensarten, die in ihrer Substanz veraltete Inhalte verwenden und in ihrem aktuellen Gebrauch dadurch oft für den Laien unerklärbar sind. Die ältere Sprichwörterforschung stellt nützliche Hilfsmittel, aber zur Erläuterung muss man manchmal Interpretationen suchen. Ältere Redensarten beruhen oft auf (ebenso veralteten) Vorurteilen, sind aber häufig interessante Zeugnisse zur Kulturgeschichte.
Für uns heute völlig unverständlich ist zum Beispiel die traditionelle Verachtung des Schneiders, die sich in Redensarten niederschlägt. Andere Redensarten sind Überreste von „Rechtsaltertümern“, die seit langem nicht mehr gelten. Überlieferte Vorurteile, im Orientalismus (Interesse und Begeisterung für die Osmanen u. a.) allerdings durchaus positiv assoziiert, verbinden sich im Deutschen mit dem Begriff des „Türkischen“ [richtig: Osmanischen]. Dazu gibt es viele Beispiele, auch z. B. historische Brunnen mit der Figur des Osmanen, die mit der Zeit erklärungsbedürftig, also ebenfalls „anachronistisch“, geworden ist. Gegenläufig sehen wir viele positive Einflüsse ‚westlicher„ Staatsstrukturen auf den modernen türkischen Staat.
Anahtar Kelimeler
Kaynakça
- Bruckner, Eva (2018): „Bin i auf der Wies‟n g‟sesse“. In: Informationen aus dem Volksmusikarchiv [des Bezirks Oberbayern, Bruckmühl] Nr.2/18 [2018], S. 22. Holzapfel, Otto (2006): Liedverzeichnis. Die ältere deutschsprachige, populäre Liedüberlieferung, Hildesheim: Olms. ISBN 978-3-598-23629-7 [neben der gedruckten Ausgabe Internet-Update online seit 2018 über die Homepage „Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern“]. Holzapfel, Otto (2014): „… Wie in der Judenschule – Eine Redensart und ihre Interpretation“. In: Diyalog. Interkulturelle Zeitschrift für Germanistik, 2014/2, S. 61-69. Internet-Recherchen zu (alphabetisch:) „äh“, „genau“, „einen Türken bauen“, „Herein, wenn es kein Schneider ist“, „herumkrebsen“, „Hier geht es zu wie in der Judenschule“, „kein Thema“, „türken“, „Vorurteile / Türken // türkische Vorurteile…“ (September / Oktober 2018); genauere Hinweise jeweils im laufenden Text. Laasri, Mohammed (2018): „Deutung orientalischer Spuren in Hofmannsthals lyrischem Drama «Die Hochzeit der Sobeide»“. In: Diyalog. Interkulturelle Zeitschrift für Germanistik, 2018/1, S. 20-31. Özenici, Salih (2016): „Deutscher Orientalismus in Sprache und Bild“, in: Diyalog. Interkulturelle Zeitschrift für Germanistik, 2016/1, S. 119-121. Öztürk, Ali Osman (1999): „Zur Funktion des Türkenmotivs in der deutschen populären Volkskunst im 19. Jahrhundert. Eine ethnologische Betrachtung“. The Image of the Turk in Europe from the Declaration of the Republic in 1923 to the 1990s, ed. by Nedret Kuran Burçoğlu, Istanbul: The Isıs Press, S. 233-245. Öztürk, Ali Osman (2015), Alman Oryantalizmi. 19. Yüzyıl Alman Halk Kültüründe Türk Motifi [Deutscher Orientalismus. Türkenmotiv in der deutschen populären Kunst des 19. Jh.s], 2. Aufl., Istanbul: Vadi Yayınları. Röhrich, Lutz [Redaktion: Gertraud Meinel] (1973 / 1977): Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten. Taschenbuchausgabe in 4 Bänden [durchpaginiert] 1977. ISBN 3-451-17789-7 [das ist die Ausgabe, die ich hier benütze; erste Ausgabe 1973; mehrere Erweiterungen und Neuauflagen, zuletzt in drei Bänden, 6. Auflage, Freiburg i. Br.: Herder 2003. ISBN 3-451-16630-5].
Ayrıntılar
Birincil Dil
Almanca
Konular
-
Bölüm
Araştırma Makalesi
Yazarlar
Otto Holzapfel
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Bu kişi benim
0000-0003-3095-1029
Germany
Yayımlanma Tarihi
1 Temmuz 2019
Gönderilme Tarihi
18 Ocak 2019
Kabul Tarihi
30 Haziran 2019
Yayımlandığı Sayı
Yıl 2019 Cilt: 7 Sayı: 1