Scharlatane in Abdera. Über Wissen und Gelehrtentum in Christoph Martin Wielands Geschichte der Abderiten
Öz
Scharlatane waren für die Gelehrtendiskurse der Frühen Neuzeit von kaum
zu überschätzender Bedeutung, da sich anhand ihres Negativbeispiels
Verhaltensideale formulieren ließen, die für die Wissenschaft maßgeblich waren.
Das Interesse an dieser Figur reichte auch in die Literatur hinein, wo sie in
vielfältiger Weise aufgegriffen wurde und um 1800 verstärkt in Erscheinung
trat. Christoph Martin Wieland war einer der Autoren, die sich besonders
intensiv mit ihr befassten. In seinem Roman Geschichte
der Abderiten (1773-1779) inszeniert er den geistigen Gegensatz, der
zwischen dem Protagonisten Demokrit, einem beispielhaften Gelehrten, und seinen
Mitbürgern, den törichten Abderiten, besteht. Die These des vorliegenden
Beitrags lautet, dass Wieland damit auf eine poetische Reflexion von Wissen
abzielt, wobei er mit Hilfe des Scharlatanmotivs die wissenschaftlichen
Ausschlussmechanismen seiner Zeit ironisiert. Mithin sind es die Bedingungen
der Produktion von Wissen, die im Text aufs Korn genommen werden. Dabei spielt
Wieland die komischen Konflikte durch, die auftreten können, wenn das der
Aufklärung nahe stehende Wissenschaftsethos eines Demokrit auf den Eigendünkel
einer unaufgeklärten Gesellschaft trifft.
Anahtar Kelimeler
Kaynakça
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Yayımlanma Tarihi
30 Haziran 2017
Gönderilme Tarihi
16 Nisan 2017
Kabul Tarihi
25 Haziran 2017
Yayımlandığı Sayı
Yıl 2017 Cilt: 5 Sayı: 1