Zur Vielfältigkeit der Methoden. Ein neuer Ansatz zur Interpretation von Texten deutschsprachiger Volkslieder
Öz
Der bewährte, philologisch und folkloristisch orientierte Methodenkatalog der Volksliedforschung muss angesichts spezieller Probleme, die eine besondere Liedgruppe bildet, erweitert und modifiziert werden.
Seit den 1850er Jahren bemüht sich die deutschsprachige Volksliedforschung um die Interpretation der Texte (hier geht es nicht um die Melodien). Die mündliche Überlieferung bietet besondere Probleme (Variabilität der Texte, wiederkehrende formelhafte Elemente, stereotype Handlungsverläufe, Aneinanderfügen von Einzelstrophen, die dann nach ihrem Hauptstichwort katalogisiert werden müssen [Muschiol, 1992; Holzapfel 2006 / 2018] und ähnliches). Wie sonst in der Germanistik gibt es im Material der Folkloristik grundsätzlich keinen Text, der dem Willen eines Dichter entspricht (und damit eine relative Sicherheit in der Interpretation), sondern Varianten, die sich im Prozess mündlicher Überlieferung stark verändern können.
Neue Probleme scheint mir eine Materialgruppe zu bieten, die mosaikartig Einzelstrophen in
Assoziationsketten aneinanderfügt, und das erfordert offenbar eine neue Methode. Als Beispiele werden Lieder des 16. Jahrhunderts gewählt („Der Winter ist vergangen…“), des 19. Jahrhunderts („Es dunkelt schon die Heide…“), der Romantik um 1800 („Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß…“) und eine Variante zu „Wenn alle Brünnlein fließen…“ mit einer Überlieferung vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Gattungsgrenzen zwischen dem Liebeslied und dem erzählenden Lied verschwimmen, die offene Textstruktur mit Leerstellen bietet Freiräume für Assoziationen. Aus dem (sonst festgefügten) Text wird eine Collage. Textelemente müssen in ihrem kulturhistorischen Kontext verstanden werden. Das wird an vier charakteristischen Beispielen exemplifiziert.
Anahtar Kelimeler
Kaynakça
- Erk, Ludwig / Böhme, Franz Magnus (Hg.) (1893-1894): Deutscher Liederhort, Band 1-3, Leipzig.
- Holzapfel, Otto / Stief, Wiegand (1988): Deutsche Volkslieder mit ihren Melodien: Balladen. Band 8 [DVldr Nr. 155 „Graf und Nonne“], Freiburg i. Br.
- Holzapfel, Otto (1997): Lieblose Lieder. „Und fragst Du mich, was mit der Liebe sei“. Das ‚sozialkritische‘ Liebeslied. Bern.
- Holzapfel, Otto (1999): „Wenn alle Brünnlein fließen...“ In: Gender-Culture-Poetics. Zur Geschlechterforschung in der Literatur- und Kulturwissenschaft. Festschrift für Natascha Würzbach, Trier, S. 133-149.
- Holzapfel, Otto (2002): Mündliche Überlieferung und Literaturwissenschaft. Der Mythos von Volkslied und Volksballade. Münster (Literaturwissenschaft. Theorie und Beispiele, 2). Mose
- Holzapfel, Otto (2013): „Interkulturelle Redensarten und ihr kulturhistorischer Hintergrund. ‚Einem aufs Dach steigen‘ und ‚jemandem auf den Fuß treten‘: eine Skizze. In: Diyalog. Interkulturelle Zeitschrift für Germanistik 2013/2, S. 95-102.
- Holzapfel, Otto (2006 / 2018): Liedverzeichnis [gedruckt bei Olms in Hildesheim 2006], Internet-Update vom August 2018.
- Muschiol, Barbara (1992): „Keine Rose ohne Dornen“. Zur Funktion und Tradierung von Liebesliedstereotypen, Bern.
Ayrıntılar
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Almanca
Konular
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Araştırma Makalesi
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Otto Holzapfel
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Bu kişi benim
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Germany
Yayımlanma Tarihi
31 Aralık 2018
Gönderilme Tarihi
14 Ağustos 2018
Kabul Tarihi
30 Aralık 2018
Yayımlandığı Sayı
Yıl 2018 Cilt: 6 Sayı: 2